Jobcenter halt's Maul

#dasallerneueste: Jobcenter verschwendet Geld

Jetzt reicht’s aber! Der Bundesrechnungshof rügt die Jobcenter, weil diese Geld zum Fenster rauswerfen. Wie haben die das bloß rausgekriegt?

Die kriegen alles raus. Nun hat der Bundesrechnungshof (BRH) doch glatt festgestellt, dass im Jobcenter Steuergeld für zweifelhafte Maßnahmen zum Fenster rausgeschmissen wird. Die in Deutschland übliche Frist von zehn Jahren bis zur offiziellen Erkenntnis wurde dabei vom BRH gewissenhaft eingehalten.

Seit Januar 2005 besteht „HARTZ IV“ und ungefähr seit dem selbem Zeitraum hat das Jobcenter das Recht mit sogenannten Maßnahmen so zu tun, als würde dadurch „Langzeitarbeitslosen“ wieder zu einer „Langzeitarbeit“ verholfen. Besonders kritisiert wurde nun die Maßnahme des Lohnkostenzuschusses. Die Theorie: Wenn das Jobcenter 75 Prozent des Lohnes für bis zu 24 Monate übernimmt, stellen Unternehmen schneller und lieber ein. Haha.

Der Bundesrechnungshof hat letztes Jahr mal geguckt, wie sich das verhält und bemerkt: Unverschämtheit! Die haben ja alle befristete Verträge! Und zwar genau für 24 Monate. Und dann werden sie wieder entlassen. Das heißt ja, das Jobcenter wirft den Lohnzuschuss zum Fenster raus!

Was jeder Langzeitarbeitslose auf der Straße in ein Mikrofon erzählen könnte, kommt nach zehn Jahren dann auch beim Bundesrechnungshof an. Da gibt’s dann aber erstmal einen erhobenen Zeigefinger für’s Jobcenter. So geht’s nicht. Aber macht ruhig weiter, wir gucken nächstes Jahr nochmal rein.

Die „Haushaltsexpertin“ der Grünen, Ekin Deligöz, stellt die, naja, sagen wir, steile These auf, dass „zu wenig Personal und eine hohe Arbeitsbelastung […] zu den Hauptursachen für die bescheinigten Mängel gehören“ würden. So wird sie zumindest indirekt von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Die Jobcenter werfen Geld zum Fenster raus und der Grund dafür ist selbstverständlich, dass die zu wenig Geld haben. Genau! Wenn ich mein ganzes Grundstück mit Weihnachtsbeleuchtung zudröhne, dann ist die Ursache natürlich, dass ich zu wenig Strom habe. Eigentlich versucht das Jobcenter mit dieser Maßnahme indirekt um Hilfe zu schreien. Na klar, Frau Deligöz. Bestechende Logik.

Demnächst kriegen die noch raus, dass die Mitarbeiter im Jobcenter kaum auf die Bedürfnisse der Arbeitslosen eingehen und sie häufig wie minderwertige Volltrottel behandeln. Na, dann ist aber was los. Gut, dass wir uns darauf noch zehn Jahre vorbereiten können.


 

Cover: Jörg Kantel CC BY-NC-ND 2.0

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